AKTUELLES

BI-Henriettenplatz

kämpft für einen lebenswerten Kiez!



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Die Morgenpost bringt überraschend ein Artikel über den Henriettenplatz, allerdings sehr zur Verärgerung der Bürgerinitiative:


8.3.2019 Berliner Morgenpost/ Im Westen Berlins: Ein neues Tor zum Kurfürstendam. zum Artikel


20.3.2019 Schreiben an Frau Schulte von Frau Bruch:


Betreff: Ihr Artikel in der Berliner Morgenpost „Henriettenplatz : Ein neues Tor zum Kurfürstendamm“ vom 08.03.2019

Sehr geehrte Frau Schulte,

nach dem Lesen Ihres Artikels habe ich mir die Frage gestellt, wie dieser Artikel eigentlich zustande gekommen ist. Er liest sich für mich nicht wie das Ergebnis einer mit der angemessenen journalistischer Sorgfaltspflicht erstellten Recherche, sondern eher wie das Werbefaltblatt eines Bauinvestors.

Um nur einige Punkte herauszugreifen: Zitat: „Es (das neue Bürogebäude)wird ein Gebäude, das den Platz beleben und ihm positive Energie geben soll“, sagt Projektentwickler Stephan Nespethal.  Vorher wird festgestellt, dass auch ein Edeka-Markt einziehen wird. Eine derartige Aussage grenzt in meinen Augen an Realitätsverweigerung. Der Platz IST bzw. war immer belebt. Der Platz war immer sonnig und hatte dichten Baumbestand (5 völlig gesunde Platanen wurden dann für das Bürogebäude gefällt ). Es gibt einen Brunnen und es gibt dahinter ein sehr beliebtes Restaurant, das insbesondere an  sonnigen Sommertagen und - Abenden Anlaufpunkt für die Nachbarschaft und andere Gäste ist. Jetzt erklären Sie mir bitte, wie ein künftig durch das Bürogebäude verschatteter Platz durch eben dieses Gebäude belebt werden und positive Energie erhalten soll. Glauben Sie ernsthaft, die Leute sitzen in den Sommerstunden  lieber im Schatten eines Büroturms als in der Sonne und freuen sich dabei über die neugewonnene positive Energie?

Nachdem Sie postuliert haben, dass es beim Wohnbauprojekt der Sanus AG ein intransparentes Verfahren gegeben habe und die Kritik der Anwohner sich gegen zu viele Zugeständnisse des Bezirks gerichtet habe, insbesondere was die Höhe des Baus angeht, schreiben Sie weiter, dass das HNK Projekt unter besonderer Beobachtung seitens der Anwohner und des Bezirks gestanden habe und mit allen Beteiligten diskutiert worden sei und der Projektentwickler im Ergebnis einige „Kröten“ schlucken musste.
Dazu ist vorab zu sagen:  das für diese Grundstücke, Seesener Straße 30-47, geltende Baurecht V/3 wurde gelockert und den Bauherrn eine Befreiung davon gewährt, was vollkommen legal ist. Üblicherweise macht der Bauherr für diese Befreiung, also dass er in der Masse breiter und höher bauen darf als geltendes Recht vorsieht, Zugeständnisse, die dann im städtebaulichen Vertrag festgeschrieben werden. Die Intransparenz bestand beim Bau der Sanus AG darin, das seitens des Bauherrn die Zugeständnisse nicht eingehalten wurden und seitens des Bezirks nicht weiter offen kommuniziert wurde, welche Konsequenzen die Verletzung der Auflagen des städtebaulichen Vertrages nun haben werde. Diese Intransparenz besteht bis heute.
Das hatte aber keineswegs zur Folge, dass, wie Sie behaupten, über das HNK Projekt mit allen Beteiligten diskutiert wurde. Das Projekt wurde den Anwohnern an einem Abend in der Hochmeisterkirche vorgestellt mit anschließender Diskussion. Ansonsten hat es keine Gelegenheit der Einflussnahme seitens der Anwohner gegeben. Und mir ist auch nicht bekannt, dass Kritikpunkte seitens der Anwohner auch nur ansatzweise aufgenommen wurden. Der Bauherr der Grundstücke Seesener Straße 30-39 bezieht sich sich vielmehr auf die Befreiungen, die der Sanus AG gewährt wurden und fordert sie für sein Bauprojekt ebenfalls ein. Der neu entstehende Bau soll genauso massig und genauso hoch werden wie der Sanus Bau.  Der Unterschied besteht lediglich darin, dass einzelne Gebäudeteile versetzt sind. Für die gegenüberliegenden Bestandsbauten macht das keinen Unterschied. Die Wohnungen werden künftig von Spätherbst bis zum Frühjahr genauso verschattet sein, wie schon  die dem Sanus Bau gegenüberliegenden Bestandsbauten.
Insofern würde mich interessieren, welche „Kröten“ der Investor nach Ihrer Information denn schlucken musste. Leider führen Sie dazu nichts Näheres aus. Wobei gerade zu diesem Punkt weitere Informationen interessant gewesen wären, führten die „Kröten“ laut Ihrem Artikel immerhin zu einem Jahr Bauverzögerung. Falls damit gemeint ist, dass der Bauherr Zugeständnisse machen musste, um Befreiung vom geltenden Baurecht zu erhalten, so ist das ein völlig normaler Vorgang. Im übrigen spülen ihm diese Befreiungen, sollte es denn so sein, einen nicht unerheblichen Mehrwert in seine Kasse. Und es ist ja schön, wenn der Herr Nespethal jetzt gut schlafen kann. Wer die anderen sein sollen, die jetzt auch gut schlafen können, findet in ihrem Artikel keine weitere Erwähnung. Die Anwohner jedenfalls schlafen im Moment schon wegen des früh morgens einsetzenden Lärms und der gelegentlichen Nachtarbeit auf der Baustelle nicht besonders gut.

Und auf einen weiteren Punkt möchte ich noch eingehen: Sie schreiben (offensichtlich ein Zitat): „Mit der nun teils nach hinten versetzten Bebauung werde der Charakter einer Alt-Berliner Straße wiederhergestellt. . . .“  Entschuldigen Sie, aber hier wird gar nichts wiederhergestellt. Man kann nichts wiederherstellen, was nie existierte. Die Seesener Straße war in diesem Teil eine Straße immer nur einseitige bebaut. Die gegenüberliegende Straßenseite bestand aus Kleingärten. Und zudem war dieser Straßenabschnitt, also zwischen Kurfürstendamm und Paulsborner Straße, vor seiner Bebauung des ehemaligen Kleingartengeländes der letzte noch erhaltene Rest einer alten, historischen Kastanienallee, die sich früher zwischen der Heilbronner Straße bis zum S-Bahnhof Heidelberger Platz hinzog. Noch nicht mal den Allee Charakter war man bereit zu erhalten. Stattdessen wurden die z.T 100 Jahre alten Kastanien - als „Baumpflege“ angekündigt - innerhalb von 3 Tagen abgeholzt. Wenn Sie im Internet recherchieren, werden sie diverse, von Fachleuten herausgegebene Anleitungen finden, wie man Baumbestand, auch und vor allem Straßenbäume, während Bauarbeiten fachmännisch schützt. Muss man nur wollen. Und auch das sei noch gesagt: diese  neue „Alt-Berliner Straße“, die bisher eine ruhige Wohnstraße war, wird sich künftig auch noch mit dem Kunden- und Lieferverkehr des Edeka-Marktes arrangieren müssen, zusätzlich zu dem Verkehr, den die neu hinzuziehenden Anwohner natürlich  mit sich bringen.

Auf Ihren Text zur weiteren Gestaltung des Henriettenplatzes möchte ich hier nicht  mehr weiter eingehen.

Mit angemessenen Grüßen,
Brigitte Bruch


Dieser Brief wurde nicht beantwortet.



20.03.2019 Schreiben von Herrn Harthun an Frau Schulte:


Sehr geehrte Frau Schulte,


Zu Ihrem  o.a. Artikel habe ich leider den Eindruck eines vom Initiator oder noch viel schlimmer, aus Fraktionskreisen,  bestellten „Hofartikels“. 


Das von Ihnen angeführte Zitat von Herrn Nespethal nach der „Diskussion aller Beteiligten“ , "danach können jetzt aber alle gut schlafen“ ist als reines Stimmungsziel zu werten und zeigt eine Richtung zur Abwürgung gegenteiliger Bürgermeinungen, zumal unsere Protestmitteilungen an den Workshopleiter zum Ergebnis des Workshops Henriettenplatz , Herrn Giersberg, in keiner Weise in Ihrem Bericht zur Kenntnis und zum Ausdruck kam oder, viel schlimmer, von Ihnen zielgerichtet unterdrückt wurde.


Für eine Spielplatzgestaltung auf der Rückseite der Häuser fehlt mir z.Zt. jegliche Phantasie und Grundrisszeichnung. Hier scheint mir wiedereinmal die gleiche Panne wie bei der Seesener Str. 40-47 (Nichterfüllung von Bauauflagen) prognostiziert zu sein. Auch hier werden Ihrerseits keine Fragezeichen gesetzt.


Noch so eine angebliche, jedoch von Ihnen zitierte  Stimmungsaussage von Herrn Heyne (FDP) in Sachen Henriettenplatz: Mit dem Projekt haben „alle ihren Frieden gemacht“ , stellt eine Unwahrheit dar. Wer die Wahrheit der Bürger-Meinung nicht kennt, soll das glauben und sich beruhigt fühlen. Einen Beweis für diese Ansicht hat er nicht. Zwar wurde eine beteiligte Anwohnerinitiative im Workshop zur Gestaltung des Henriettenplatzes erwähnt, deren Ablehnung zur Veränderung von Kolonnaden und Kiosken jedoch nicht eimal im Ansatz zur Sprache gebracht.


Auch der Kommentar zur Zweiteilung des Henriettenplatzes scheint mir in eine gefährliche Richtung zu gehen: Abhängung der Georg-Wilhelm-Str. zwischen KuDamm und Ringbahnstr.? Die Anwohner , die abgeschnitten werden sollen, wurden bisher nicht gefragt. 

Insgesamt stufe ich Ihre tendenzielle Betrachtungsweise bzw. Berichterstattung als Vertreterin eines  öffentlichen Berliner Medien-Organes als Kiez-politisch für gefährlich ein und möchte sie mindestens zur Rettung Ihres Fehlberichtes als „FakeNews“ betrachten. 


Vieleicht gibt es ja doch noch die Möglichkeit einer Korrektur Ihres Berichtes  oder Klarstellung der tatsächlichen Meinungen der durch die BI Henriettenplatz vertretenen Kiez-Anwohner. 


Seien Sie bis dahin diplomatisch gegrüßt


Rudolf Harthun


20.03.2019 Antwortschreiben von Frau Schulte an Herrn Harthun:


Sehr geehrter Herr Harthun,

 

vielen Dank für Ihre Mail. Ich kann Ihre Einwände verstehen, von einer Hofberichterstattung kann aber keine Rede sein. Der Artikel wurde weder von Politikern noch vom Investor bestellt. Es ging mir nur darum, mal zu zeigen, was da eigentlich nun gebaut werden wird und dass sich das natürlich auf das Umfeld auswirkt.  Ein Kontakt mit Herrn Murken, den ich auch zu dem Thema auch befragen wollte,  lief leider ohne mein Wissen aus technischen Gründen ins Leere. Das ist sehr unglücklich gelaufen. Was den Workshop zum Henriettenplatz betrifft, war mir bekannt, dass da auch Vertreter Ihrer BI mitgemacht haben und sich in die Diskussion einbringen konnten. Von Ihren Protestnoten habe ich nichts erfahren. Die Entwicklung dort werden wir natürlich weiter beobachten, denn wie es aussieht ist ja noch völlig offen, was in dem Wettbewerb, den die Senatsverwaltung nun ausschreibt, am Ende rauskommt und tatsächlich realisiert wird. Ob die Kolonnaden verändert werden, steht ebenfalls nicht fest, es gibt ja wie Sie wissen zwei mögliche Varianten.

Sie können fest davon ausgehen, dass wir an dem Thema dranbleiben und die BI dazu ausführlich befragt wird.

 

 

Diplomatische Grüße zurück,

 

Gerlinde Schulte









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